Gnadenlos

Chapter 3 — Der silberne Griff des Brieföffners

Der Abend im Penthouse von Benjamin Krause schien in einem Dunst aus Glas und Stahl zu verschwimmen. Emilia stand am riesigen Panoramafenster und blickte auf die funkelnde Lichterkette Münchens hinunter. Jeder Muskel ihres Körpers war angespannt, eine Mischung aus Angst und einem seltsamen Kribbeln, das sie nicht ignorieren konnte. In ihrer Faust, tief verborgen in der Tasche ihres Kleides, spürte sie das kühle Metall des Brieföffners. Ein kleines, scheinbar unbedeutendes Objekt, das nun ihr gefährliches kleines Geheimnis darstellte.

Benjamin war hinter ihr, seine Präsenz wie eine unsichtbare Decke, die den Raum ausfüllte. Sie hörte seine Schritte auf dem polierten Marmorboden, jedes Geräusch eine bewusste Inszenierung seiner Dominanz. Er blieb neben ihr stehen, sein Blick wanderte nicht zu ihr, sondern ebenfalls über die Stadt.

„Sie gefallen sich in der Höhe, Fräulein Schreiber?